Gebet der Stille - Schweigemeditation

von Anna Schwägerl

Bei dieser Form des Gebetes bzw. der Meditation üben wir uns in Stille und Achtsamkeit. Man geht nicht von einem Objekt aus oder bekommt Impulse von außen, sondern man kehrt bei sich ein, geht in die eigene Tiefe. Die geistigen Aktivitäten können zur Ruhe kommen. Das Denken liegt still, weil es nichts bekommt, um darüber nachzudenken. Als Hilfsmittel nimmt man etwas von sich selbst, z.B. die Atmung oder eine innere Vorstellung.

Dieses innere Gebet in Schweigen und Achtsamkeit, was im Christentum Mystik oder Kontemplation genannt wird, gibt es in allen Religionen. Die Kontemplation wurde über Jahrhunderte hinweg geübt, war aber niemals Hauptströmung der Gebetspraxis. Der Beginn liegt bei den sog. Wüstenvätern ab dem 3. Jahrhundert.

Der Jesuitenpater Hugo E. Lassalle kam während seiner Zeit als Missionar in Japan in Berührung mit dem ZEN-Weg. Er entdeckte, dass ZEN-Meditation und christliche Kontemplation einander keineswegs ausschließen, sondern – im Gegenteil – die tiefe Seins- und Gotteserfahrung christlicher Mystiker und die Erleuchtungserfahrung des ZEN aus einer Quelle gespeist werden. In der ZEN-Meditation wurde die Disziplin der meditativen Einsicht oder Kontemplation jedoch über viele Jahrhunderte ununterbrochen weitergegeben. Daher sah Pater Lassalle viele Elemente aus dieser langen Tradition als wertvolle Inspiration für eine Wiederentdeckung des kontemplativen Gebetes im Christentum an.

Durch Schweigen, Stille und Aufmerksamkeit kann die religiöse Praxis vertieft werden. Mit dieser Übung kommen wird jedes Mal wieder in Berührung mit unseren tieferen Schichten, um Gott in unserer eigenen Mitte begegnen zu können.

Informationen bei Frau Ruth Roth: 0170/44 9 66 03 ab 19.00 Uhr oder: roth.psychotherapie@gmx.de.

 

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